Inzwischen sind wir gut und sicher zu Hause abgekommen. Insgesamt knapp 20 h Reisezeit von Buenos Aires nach München sind zwar eine ganze Menge, aber da wir durch die Nacht geflogen sind und somit im Rythmus bleiben konnten, wars halb so schlimm. Einziges “wirkliches” Manko: An Bord der Iberia-Maschine gab es KEINEN Fernseher! Unerhört!!
Nach einem tollen Empfang (natürlich mit Sekt!) durch Familie und Freunde ging es Freitag Abend erstmal schön bayrisch essen!!!! Seit Samstag sind wir nun mittendrin im Ein- und Umräumwahnsinn in Achims Wohnung. Aus bisher zwei Haushalten einen zu machen, ist eine Herausforderung – vor allem wenn die Fläche begrenzt ist…
Gut angekommen!
Zurueck in die Heimat
Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht, aber nun kommen wir tatsaechlich “schon” wieder zurueck nach Deutschland! Morgen Abend gehts um 22 h von Buenos Aires mit Iberia nach Madrid. In Muenchen landen wir dann am 25.03.11, um 18:25 h! Auch wenn wir etwas traurig sind, dass dieses Abenteuer nun vorbei ist, freuen wir uns Euch alle bald wieder zu sehen!
Uruguay
So, nun haben wir unsere letzte Etappe mal in einem – dem vorerst letzten - Weltreiseartikel zusammengefasst. Nach dem Flug von Iguazu zurueck nach Buenos Aires haben wir am Abend des 13.03.11 die Faehre nach Colonia del Sacramento genommen – die aelteste Stadt Uruguays! Dauer ca. 2 Stunden. Es folgte ein Anlegemanoever bei Sturm – der Kapitaen hatte wirklich so seine Probleme (ist auch ein riesen Pott gewesen)…! Zudem ist die Temperatur um knapp 20 Grad gefallen. Trotz Wind und Kaelte
sind wir tapfer die 500m bis zu unserem Hostel mit den dicken Rucksaecken gegangen oder doch eher fast ¨geflogen¨!
Am naechsten Tag haben wir uns das wunderschoene Staedtchen, insbesondere dessen Altstadt angeschaut. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein! Ueberall stehen Oldtimer in den gepflasterten Strassen und alles ist wunderbar gepflegt. Colonia del Sacramento wurde von den Portugiesen als Verteidigungsstuetzpunkt gegruendet. Mehrmals wurde die Stadt von den Spaniern angegriffen und auch zeitweise besetzt (ab dem 18. Jahrhundert dann ganz). Diesen Einfluss sieht man defintiv! Das schoenste daran ist – es ist alles so wunderbar ruhig, fast doerflich…eine wirkliche Wohltat nach den 10 Tagen in Buenos Aires
! Uebrigens wurde die Altstadt von Colonia 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.
Zwei Tage spaeter ging es dann weiter nach Montevideo – die Hauptstadt von Uruguay (1,3 Mio. Einwohner von knapp ueber 4 Mio. in Uruguay). Allerdings haben wir uns hier am 1. Tag nicht mehr allzu viel angeschaut, sondern uns endlich mal aufs ¨ausgehen¨ am Abend konzentriert!
Irgendwie stellte sich dann aber ziemlich schnell raus, dass wir uns hierfuer wohl den falschen Wochentag ausgesucht hatten…von der allseits so gelobten ¨Partyszene¨ im Montevideo haben wir nicht viel gespuert…am Ende haben wir aber wenigstens noch ein nettes Irish Pub mit Live-Musik gefunden und dort den Abend ausklingen lassen. Es soll halt nicht sein!
Am naechsten Tag ging es dann auf grosse Sightseeing Tour. Unser Hostel hatte ein gut klingendes Angebot fuer eine Bus-Tour – die haben wir natuerlich gleich mal gebucht. Alles in allem war sie auch ganz nett, wenn man ueber die, von der Tourleitung ca. 1.000 Mal erwaehnten ¨beautiful houses¨ hinweg sieht. Ca. eine Stunde der Fahrt sind wir durch Wohngebiete mit……..na was wohl?…beautiful houses gefahren
! Nicht sooooo spannend! Dennoch haben wir auch einige Wahrzeichen der Stadt gesehen und die Altstadt erkundet. Allerdings waren wir insgesamt doch etwas enttaeuscht von der Stadt - Colonia hat uns definitv besser gefallen!
Zurzeit sind wir in Punta del Este – dem Ibiza von Uruguay angekommen. Punta hat eigentlich nix mehr mit Suedamerika zu tun! Man sieht an jeder Ecke, dass hier die Schoenen (wohl Geschmackssache
) und Reichen ihre Ferienresidenzen besitzen. Eine Appartmentanlage neben der naechsten Hotelanlage usw…. Mittendrin unser kleines Hostel! Neben dem typischen Tourikram gibt es hier aber tatsaechlich einige schoene Straende und das Meer bzw. Wasser ist endlich wieder blau!!!! Der Rio del la Plata, der Fluss an dem Buenos Aires, Colonia und Montevideo liegen, ist naemlich BRAUN! Es ist zwar wirklich beeindruckend wie breit dieser Fluss an manchen Stellen ist (bis zu 220 km), aber keineswegs schoen anzusehen… Punta liegt am Atlantik – demnach klares, wunderbar kuehles Wasser
! Hier werden wir also nun unsere letzten Tage verbringen, bevor wir am 22.3. mit dem Bus nach Colonia und am 23.3. mit der Faehre nach Buenos Aires zurueck fahren, um am 24.3. den Flieger nach Muenchen zu erwischen!
Fotos gibt es es selbtsverstaendlich auch bald, allerdings macht die Technik gerade nicht so mit…
Iguazu Wasserfaelle
Am 10.03. am fruehen Abend gelandet, sind wir erstmal mit dem Flughafen-Bus zu unserem Hostel gefahren. Der Weg war nicht allzu lang. Ueberhaupt scheint die Stadt Puerto Iguazu einzig und allein vom ¨Wasserfall-Tourismus¨ zu leben. Ein kleiner Ort – dennoch gefuellt mit Hostels, Hotels und Restaurants…was man als Touri eben so braucht.
Schnell eingecheckt, gings dann auch schon gleich weiter in die Stadt. Einen laengeren Aufenthalt in unserem Zimmer wollten wir so weit wie moeglich nach hinten schieben…unser Bad – von uns liebevoll ¨Guellegrube¨ getauft – war geruchstechnisch nicht soooo einladend… Also lieber schnell raus…!
Im Ort haben wir dann aber noch einen sehr lustigen Abend mit Jan und Ingo, zwei Bremer Jungs
, verbracht! Welch ein Zufall, oder? Nein, nicht so wirklich…aber dennoch witzig sich in Iguazu ueber den Weg zu laufen.
Die kommenden beiden Tage standen dann ganz im Zeichen der Wasserfaelle. Da “Puerto” Iguazu – um genau zu sein – und der dazugehoerige Fluss an der Grenze zu Braslilien liegen, gibt es zwei Seiten von denen man sich die gewaltigen Wasserfaelle anschauen kann. Am ersten Tag sind wir auf die argentinische Seite und hoerten schon recht schnell nach dem Eingang zum Nationalpark, das tosende Rauschen der Wassermassen. Und was schon vielversprechend klang, wurde noch umso beeindruckender als wir das gesamte Ausmass erblicken konnten: Ueber 280 einzelne und bis zu 90m hohe Faelle, mehr oder weniger breit, bereiten ein sagenhaftes und einmaliges Bild. Das ist weltweit wirklich einzigartig und man muss es gesehen haben, um es zu glauben!!
Verschiedene Wege fuehren durch den Dschungel zu den unterschiedlichsten Aussichtspunkten, bis man letztendlich zum absoluten Hoehepunkt – dem ”Garganto del Diablo” – also zum Teufelsschlund kommt. Und als ob man bei 35 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit nicht ohnehin schon klatschnass waere, wird man auf der letzten Aussichtplattform durch den entstehenden Wasserdampf wirklich komplett geduscht. Eine einmalige Erfahrung, die die Bilder nur teilweise wiedergeben koennen…
Nach einem erneut sehr netten “Bremer Abend” mit leckerem argentinischem Steak (fuer fast alle), sind wir am zweiten Tag auf die brasilianische Seite gefahren, um das Gesamtbild abzurunden. Diese Seite ist nicht minder spektakulaer und bietet teilweise sogar einen noch besseren Ueberblick ueber den gesamten Umfang der Wasserfaelle. Mindestens genau so nass, ging es nachmittags dann wieder zurueck ins Hostel, wo wir inzwischen ein etwas angenehmer riechendes Zimmer beziehen konnten. Dafuer hatte das Zimmer noch eine GANZ besondere Ueberraschung fuer uns bereit, die uns am naechsten Morgen wirklich alle Nackenhaare aufgestellt hat…
Kurz bevor wir unsere Rucksaecke zum auschecken rausholen wollten, erblickt Achim in einer dunklen Ecke hinter einem Kleiderschrank die langen, pelzigen Arme einer, JA: riesigen VOGELSPINNE!!! Noch bevor wir unseren Gast naeher begutachten konnten, wurde zunaechst mal Janina auf den Balkon ”in Sicherheit” gebracht, die keine naehere Freundschaft zu Spinnen pflegt…(milde formuliert). Langsam hat die Vogelspinne (einen Namen haben wir leider noch nicht) dann ihren Weg durchs Zimmer in Richtung Bad fortgesetzt, wo sie von Achim – heldenhaft – eingesperrt wurde, bis Verstaerkung in Form der Putzfrauen und des Hostelangestellten mit Janina eingetroffen war. Dort nahm der Ausflug fuer die Spinne dann leider kein positives Ende… Die Einheimischen waren nicht sehr zimperlich. Selbst jetzt, mit einigen Stunden Abstand, stellen sich uns noch immer die Nackenhaare auf, beim Gedanken an eine Vogelspinne, die die Nacht mit uns verbracht hat!
Die letzten 10 Tage
werden wir nun in Uruguay verbringen. Inzwischen sind wir auch schon in Colonia de Sacramento angekommen.
Buenos Aires, Argentinien
Gleich mal etwas vorweg: Fuer diese Stadt lohnt es sich definitv sieben Tage oder sogar mehr zu investieren! Es gibt soooo viel zu sehen und erleben…
Unser Hotel an den ersten fuenf Tagen lag mitten im Microcentro (Ecke Av 9 de Julio und Av de Mayo – wem das was sagt
), somit konnten wir einige Sehenswuerdigkeiten schon mal zu Fuss erkunden. Die Avenue 9 de Juli laeuft zwar mitten durch die Stadt, von der Groesse erinnert sie allerdings eher an achtzehnspurige Autobahn! 140m breit – man muss 6 Ampeln ueberqueren! Um die Strasse zu bauen, wurden mal eben 33 Haueserblocks abgerissen…!?! Die Avenue 9 de Julio verbindet den Norden der Stadt mit dem Sueden und soll das Verkehrschaos entlasten…sobald man allerdings in eine der zahlreichen Querstrassen abbiegt, hat es sich mit der Entlastung dann aber auch schon wieder erledigt!
Die in Quadraten (¨Blocks¨) angeordneten Strassenzuege mit der grossen Strasse in der Mitte, macht es Besuchern einfach, sich schnell zurecht zu finden! Ausserdem steht auf der Avenue 9 de Julio eines der Wahrzeichen von Buenos Aires: Der 63m hohe Obelisk, an dem man sich ebenfalls wunderbar orientieren kann.
An beiden Hauptstrassen reihen sich nicht nur zahlreiche Cafes, Restaurants und Geschaefte aneinander, insbesondere an der Avenue de Majo findet man u.a. die architektonisch wichtigsten Gebaeude der Stadt! Die Avenue de Mayo endet an beiden Seiten mit prachtvollen Plaetzen: Im Osten liegt der Plaza de Mayo mit der beruehmten Casa Rosada (das Gebauede auf dessen Balkon Evita einst stand), im Westen endet die Strasse im Plaza del Congreso mit dem Gebauede des Nationalkongresses. In dieser Stadt liegt soviel Geschichte! Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus…. Rund jedes 2. Gebaeude ist ein Blickfang aus der Kolonialzeit. Nicht nur fuer Architekten ist diese Stadt ein Traum
!
Nachdem wir das Centrum und den Stadtteil Recoleta an den ersten beiden Tagen zu Fuss erkundet haben, haben wir uns an den darauffolgenden Tagen Tickets fuer den Hop-on/Hop-off-Bus gekauft. Den braucht man hier wirklich… Zusammen mit den Aussenbezirken leben in Buenos Aires rund 13 Mio. Menschen – ueber ein Viertel von ganz Argentinien (Gesamtbevoelkerung rund 40 Mio.)!!! Nun koennt ihr Euch in etwa vorstellen, wie gross diese Stadt ist…. Es waere wohl auch zu viel hier alle Sehenswuerdigkeiten aufzulisten. Alleine die Staturen und Wahrzeichen der Stadt, die wir bisher gesehen haben, sprengen schon den Rahmen.
Was uns ganz besonders fasziniert hat (neben den unendlich schoenen Gebaueden), war der Friedhof ¨La Recoleta¨, auf dem u.a. Evita Peron und tausende andere wichtiger Persoenlichkeiten Argentiniens begraben liegen. Dieser Friedhof ist alles andere als langweilig… Seit mehr als hundert Jahren lassen reiche Familien hier praechtige Mausoleen bauen, die jedes fuer sich gar nicht unterschiedlicher sein koennten.
Das Hafengebiet ¨Puerto Madero¨ laedt zum Flanieren ein. Mit den restaurierten Speichern auf der einen Seite erinnert die Meile sogar ein wenig an Hamburgs oder Bremens Speicherstadt. Auf der gegenueberliegenden Seite schaut man auf die einzigen Hochglanz-Wolkenkratzer der Stadt…hier scheinen die etwas besser Betuchten zu leben. Den Tango tanzt man in La Boca! Zumindest gibt es hier zahlreiche Showtaenze auf der Strasse oder in den zahlreichen Restaurants. En Caminito heissen die beruehmten, total bunten Strassenzuege in La Boca. Da kann man wirklich nur sagen: farbenfrohes Suedamerika! In Palermo tobt das Nightlife – allerdings haben wir von diesem bisher noch nicht sonderlich viel mitbekommen….entweder machen die Bars und Clubs zu spaet auf – oder wir sind schon aus dem Partyalter raus
! Im Ernst, die Argentinier gehen – aehnlich wie die Spanier - erst gegen 22 Uhr zum Abendessen raus und ab ca. zwei Uhr fuellen sich dann die Bars und Clubs langsam. Da muss unsereins wohl am Nachmittag erstmal vorschlafen, um da mithalten zu koennen
!
Dafuer sind wir gluecklicherweise in der Karnevalszeit hier und haben Samstagabend den ersten ¨Karnevalsumzug¨ mitgemacht…wohl eher mitgetanzt oder gewackelt
! Unbeschreiblich wie hier ¨gewackelt¨ wird!!! Die Strassenumzuege bzw. das was man bei uns als sowas bezeichnen wuerde, sind hier bunt und knapp bekleidete Menschen (hauptsaechlich Frauen), die einer Gruppe voraus tanzen und dahinter von den ca. 10 – 15 Trommlern den Rythmus vorgegeben bekommen. Und wer Lust hat, schliesst sich einfach einer Gruppe an und wackelt – wenn moeglich zum vorgegebenen Rythmus
– hinterher!
Diese Form des suedamerikanischen Karnevals wird als ¨Murga¨ bezeichnet. Noch eine Woche werden die Murgas das Strassenbild von Buenos Aires praegen – insgesamt werden hierfuer 33 Strassenzuege gesperrt! Demnach werden wir noch den ein oder anderen Umzug miterleben koennen…
Am 10.3. geht es dann zu den Iguazu Wasserfaellen an die argentinisch/brasiliansche Grenze. Wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis! Ihr werdet´s sehen
!
Bolivien & Peru
Mal wieder haben wir auf unserer Reise mit ungeahnten Naturkatastrophen zu tun: Leider konnten wir daher nicht, wie geplant, am 01.03., nach La Paz, Bolivien fliegen! In Bolivien wurde vor ein paar Tagen der nationale Notstand ausgerufen! Durch wochenlange Regenfaelle sind in La Paz Berghaenge abgerutscht, Strassen verwuestet und ueberflutet sowie bereits tausende Menschen obdachlos geworden. In Peru regnet es ebenfalls seit Wochen, auch hier wurde schon von Schlammlawinen berichtet. Unter folgendem Link koennt ihr Euch (wenn ihr wollt) ein Bild von der Situation in La Paz machen: http://www.stern.de/panorama/bolivien-erdrutsch-zerstoert-armenviertel-1659112.html
Aus gutem Grund haben wir daher in letzter Minute unsere Fluege storniert und konnten gluecklicherweise auf Buenos Aires umbuchen. Danke Tanni!
Somit werden wir die letzten Wochen unserer Reise in Argentinien und Uruguay verbringen. In Buenos Aires sind wir gut angekommen und erkunden bereits diese wunderschoene Stadt…
Was fuer eine Aussicht! Die neun Stunden Busfahrt von Valparaiso nach Mendoza haben sich auf jeden Fall gelohnt! Einfach beeindruckende Berg- und Felsformationen, die sich einem dort bieten: Rohes Gestein, eher Vulkanen gleich, viele Kakteen, ein Grenzuebergang auf ueber 3500m, aber auch Bergfluesse und gruen bewachsene Taeler. Die neun Stunden waren auch relativ problemlos in den SUPER Bussen zu ueberstehen. Einziges Manko: Es gab nur einen Stop – an der Grenze - ansonsten musste die Toilette an Bord fuer die 45 Personen im Bus herhalten (vor der ausgerechnet wir sassen
)!
In Mendoza angekommen, haben wir als erstes Silvio kennengelernt – unseren Taxifahrer von der Busstation zum Hostel. Silvio hat uns erstmal ALLES ueber Mendoza erzaehlt! Ihr seht, unsere Sprach- und Verstaendigungsprobleme werden immer besser
! Silvio spricht spanisch und irgendwie auch ein paar Brocken englisch. Naja, und mit Haenden und Fuessen haben wir dann so einiges von ihm erfahren. Ausserdem wissen wir jetzt, dass es in Mendoza auch mal hageln kann…
(hat es an unserem Ankunftstag auf jeden Fall!).
Unser Hostel lag mitten im Zentrum und Trubel der Geschaefte und Restaurants. Das Zimmer lag zur Strasse raus und trotz einer zweispurigen Strasse, die hauptsaechlich von zwanzig Jahre alten, verbeulten und stinkigen Autos befahren wird, haben wir erstaunlich gut geschlafen!
Immerhin ist Mendoza nach Buenos Aires und Cordoba die drittgroesste Stadt mit knapp 1 Mio. Einwohnern.
Leider wurde Mendoza 1861 von einem schweren Erdbeben komplett zerstoert. In Folge dessen wurde es danach mit sehr breiten Strassen und 5 Parks (zur Evakuierung) neu aufgebaut. Das Stadtbild ist gepraegt von EISDIELEN! Unglaublich, aber wahr – man kann an jeder Ecke zwischen 3-4 Eisdielen waehlen. Die Argentinier sitzen hier, vorallem nach 20 Uhr gerne stundenlang und essen, essen, essen….
Die ersten beiden Tage haben wir etwas ruhiger angehen lassen. Neben den noch immer schmerzenden Beinen vom Ausritt in Valparaiso
, hatte Janina Halsschmerzen und irgendwie haben sich wohl auch die 1300m Hoehenunterschied bemerkbar gemacht, zumindest waren wir etwas schlapp!
Am 3. Tag gings dann raus aufs Land zur WEINTOUR! DER Grund nach Mendoza zu reisen!!! Zusaetzlich zu den beiden Weinguetern, die wir besichtigt und natuerlich auch Weinproben gemacht haben (ist ja schliesslich im Preis inbegriffen
), konnten wir uns die Olivenoelproduktion eines familiaeren Betriebes anschauen und eine alte Kirche besichtigen. Wirklich sehr interessant und lecker!!!
Am 4. Tag ging es dann wieder mit dem SUPER Bus zurueck nach Santiago…
Horse Riding in Ritoque
Nachdem es ja in Neuseeland leider nicht geklappt hat – vielleicht sollte es ja so sein – haben wir uns entschieden, diese Erfahrung in Suedamerika nachzuholen. Und siehe da: unser Gastwirt Rene bietet zusammen mit einem guten Freund, unvergessliche Ausfluege mit den Pferden durch Sandduenen und entlang der endlosen Sandstraende von Ritoque (45km von Valparaiso entfernt) an. Das war uebrigens auch das erste was uns aufgefallen war, als wir unser Gepaeck aufs Zimmer gebracht hatten. Saemtliche Waende waren mit unzaehligen Bildern und Eindruecken vergangener Ausritte dekoriert sind. Von diesem Moment an war es um Janina geschehen…
Auch wenn Achim noch etwas skeptisch war, angesichts von ca. 27 Minuten Reiterfahrung in den letzten 29 Jahren, wurden wir nach unserer Ankunft beim Reitstall schnell ueberzeugt, dass “die Aufgabe” machbar ist…! Die Pferde dort werden sehr gut behandelt und haben unendlich viel Auslauf auf den ¨Weiden¨am Strand. Was dazu fuehrt, dass alle Pferde allmorgendlich erstmal zusammengesucht werden muessen, um dann fuer die Ausritte vorbereitet zu werden. Reiten ist in Chile noch vor Fussball, Volkssport Nummer 1 und die chilenischen “Huasos” (Reiter) haben eine jahrhundertelange Tradition.
Entsprechend gut und einfach war es dann auch mit den Pferden klarzukommen und mit 1PS ging es zunaechst in Richtung Strand. Zusammen mit Mali, unserer deutschen “Vorreiterin”, Rene und einer kleinen Air France Flugbegleitergruppe waren wir ca. 15 Leute und Pferde – irgendwie logisch.
Nach einer Flussquerung (gut, es war jetzt nicht der Amazonas…) ging es durch einen kleinen Wald zu den Sandduenen, die wir auch schon auf den Bildern gesehen hatten. Und genau wie auch auf den Bildern, waren wir tatsaechlich schnell mit den Pferden und dem endlosen Sand (28 km Duenen) allein! Wirklich beeindruckend und unvergesslich!
Nach 2h waren wir – oder eher unsere Allerwertesten – aber auch froh als wir zu einem leckerern “Asado” (neudeutsch auch BBQ genannt) absteigen konnten. In einer durch Baeume und Straeuchern zugewucherten Behausung (tatsaechlich seit 30 Jahren von einem Aussiedlder bewohnt) gab es gegrilltes Fleisch, Chorizos, Tortillas, Salate UND: Pisco – das chil. Nationalgetraenk, ein leckerer Schnaps, der mit Lemon oder Cola, eisgekuehlt am besten schmeckt. Und wie der geschmeckt hat…!
Nach wiederum 2h Pause ging es dann am Strand entlang zurueck und das Ganze nicht im Troedeltempo sondern im Galopp!! Und das mit blutigen Anfaengern!!! In Deutschland undenkbar, aber in Chile nicht weiter der Rede wert. Doch alles ging gut, sogar sehr gut und Achim war kaum noch zu bremsen – das Pferd allerdings auch nicht. Ein grandioser Tag und Ausflug an den wir uns sicher immer erinnern werden (rein koerperlich vor allem an den folgenden beiden Tagen…)!!!!
Valparaiso, Chile
Nach 3 Tagen Santiago (Bericht dazu gibt es in kuerze) haben wir uns per Bus in die 200 km entfernte Kuestenstadt Valparaiso aufgemacht. Und was wir dazu zunaechst mal festhalten muessen: einfacher und organisierter sind wir bis dato noch nicht von A nach B gereist. Das chilenische Bussystem – irgendwie komisch darueber zu berichten – ist echt beeindruckend! Zumindest haetten wir alles andere nur nicht das erwartet. Es gibt unzaehlige Unternehmen mit professionellen Online-Auftritten samt Online Booking sowie (fast) neuen VIP Bussen (sogar mit Schlafkabinen!). Und das Beste: die 2h Reise hat gerade mal 5 EUR gekostet.
Nun aber zum Reiseziel, das in allen Reisefuehrern als DIE Stadt Chiles, wenn nicht gar Suedamerikas angepriesen wird. Und wir koennen fuer alle Interessierten nur festhalten: Stimmt!
Genau so stellt man sich (oder wir zumindest) Suedamerika vor. Valparaiso liegt direkt am Pazifik und ist zugleich einer der groessten Hafen in SA. Am meisten werden wir uns wohl an die kunterbunten Haeuser jeglicher Bauart und jeglicher Form, teils modernisiert, teils total heruntergekommen, erinnern, die sich an den Haengen nach oben reihen. Dazu kommen kleine Gassen, alte Autos, Maerkte und Strassenbuden an fast jeder Ecke. Wild lebende Strassenhunde, die Muelltueten nach Verwertbarem durchstoebern, Graffitis an den Waenden sowie nette kleine Cafes und Restaurants runden das Bild ab. Eine der Besonderheiten der Stadt sind zudem die 15 “Ascensores” also Lifte, die den tief gelegenen Teil der Stadt mit den sehr steil gelegenen Haengen verbinden und einem somit viel Schweiss und Muehe ersparen.
In Erinnerung wird uns aber auch unser Hostel “La Nona” bleiben. Das frisch verheiratete Paar Rene und Carolina vermietet 3 Raeume ihres Wohnhauses an Touristen und kuemmert sich wirklich sehr aufmerksam um die Gaeste. Nach unserer Ankunft haben wir bei einer Tasse Tee zunaechst mal erfahren, welche Moeglichkeiten uns geboten werden. Mit einer hand-gezeichneten Strassenkarte haben wir anschliessend den Rest des Tages die Strassen, Gassen und Haenge der Stadt erkundet. Fuer den naechsten Tag haben wir uns dann einen neuen Anlauf in Sachen ” Horse Riding” vorgenommen und es hat sich wahrhaftig gelohnt…
Santiago de Chile
Nach 24 Stunden Reisezeit sind wir gut und sogar puenktlich (!!!) in Santiago gelandet! Auch hier hat ein schoenes Appartement auf uns gewartet (zwischen St. Lucia und Downtown gelegen). Super Ausgangspunkt fuer Sightseeing!!!
Nun sind wir Euch 4h hinterher und haben mit dem Flug einen Tag gewonnen – sind am 19.02. nachmittags in Auckland, NZ los und mittags, auch am 19.02., in Santiago angekommen. Abgefahren, oder? Jetlag war also vorprogrammiert!
Mehr zu Chile, unseren Sprachproblemen und vielem mehr in den naechsten Tagen…
!
01.03.2011:
Mittlerweile haben wir bereits insgesamt 5 Tage in Santiago verbracht. Anscheinend braucht man diese Zeit auch, um die Stadt zu moegen… Denn anfangs hat es uns hier nicht so gut gefallen. Santiago ist eine riesige Stadt mit knapp 5,4 Mio Einwohnern. Vieles sieht einfach ¨hingeklatscht¨ aus. Aber mit der Zeit haben wir auch die schoenen Seiten und Sehenswuerdigkeiten kennengelernt.
Die absoluten Highlights waren fuer uns die beiden Berge bzw. Huegel in der Stadt, San Cristobal und Santa Lucia (noch fast im Zentrum gelegen). Man koennte sagen - es sind die ¨Ausflugsziele¨ der Staedter. Gruen bewachsene, schoen angelegte Gaerten mit Spazierwegen – ansonsten gibt es davon naemlich nicht viel zu sehen in der Stadt. Auf St. Christobal ist zudem ein Schwimmbad, ein Botanischer Garten sowie ein Zoo errichtet worden, so dass man hier wunderbar einen ganzen Tag verbringen kann (aber besser nicht am Wochenende, wenn halb Santiago hierher kommt). Fuer die, die nicht hochwandern wollen, gibt es einen uralten Lift bis zur Aussichtsplattform. Der Weg lohnt sich, denn man kann das Ausmass der Stadt wunderbar von dort oben sehen. Im Winter muss der Blick auf die Stadt, mit den sie umgebenen Anden mit schneebedeckten Gipfeln allerdings noch viel beeindruckender sein. Ach - nicht zu vergessen (als Highlight) war unser ¨Taxifahrer¨ vom Flughafen, Carlos! Carlos hat uns gleich zu Beginn unserer Reise viele hilfreiche Tipps gegeben und war sehr, sehr freundlich! Daher sind wir natuerlich auch wieder mit ihm zurueck zum Flughafen gefahren, als wir weitergeflogen sind
!
Von unserem Appartement konnten wir ueberall zu Fuss hingehen. Die Innenstadt lohnt sich: Um den Plaza de Armas und den Plaza de la Constitucion reihen sich Regierungsgebaeude, Cathedralen, Museen und andere aus der Colonialzeit stammende Gebaeude. Die Fussgaengerzone ist ganz nett angelegt – allerdings haben wir hier vergeblich nach einem netten Cafe (keine Eisdiele!!!
) gesucht, wo man draussen sitzen kann.
Das (eher) kuenstlich angelegte Viertel ¨Barrio Bellavista¨ ist im Gegensatz zum Rest der Stadt sehr bunt und freundlich. Hier gibt es einen netten Innenhof mit Kopfsteinplaster, vielen Restaurants, Bars und Souvenirlaeden – der Mittelpunkt, um auszugehen. Selbstverstaendlich haben wir auch hier einen Stop eingelegt und uns das chilenische Nationalgetraenk – einen Pisco Sour – gegoennt, der bei 32 Grad und Sonnenschein schnell seine Wirkung entfaltet hat. :-)
Abschliessend ist noch zu sagen, dass die Chilenen ein sehr offenes und freundliches Volk sind. Wir haben ausschliesslich nette Leute getroffen!